Geschichte Pinnebergs

Die Keimzelle Pinnebergs war eine im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnte Burg am Zusammenfluss von Mühlenau und Pinnau. Der Marktflecken mit etwa 3000 Einwohnern wurde erst 1875 zur Stadt erhoben. Die Eingemeindung der Nachbargemeinden Pinnebergerdorf (1905) und Thesdorf (1928) machte die rasante Entwicklung Pinnebergs möglich.

Neben seinen beliebten Wohngebieten, zeichnet sich Pinneberg auch durch sein kulturelles Leben aus. Was in den 1920er bis 1960er Jahren die weit über Pinneberg hinaus bekannten Holsteiner Rosenfeste waren, sind heute die jährlich wiederkehrenden Highlights, wie das Weinfest oder das
Jazz-Festival.

Das Herz Pinnebergs bildet nach wie vor die beliebte Fußgängerzone mit ihren Läden und dem dienstags und donnerstags stattfindenden Wochenmarkt. Hier im Stadtzentrum liegt das Museum im historischen ehemaligen Amtsgericht von 1855 direkt neben dem bedeutendsten Baudenkmal des Kreises Pinneberg, der Landdrostei von 1767. Das heutige Kreiskulturzentrum zeichnet sich durch die Vielfalt seiner Veranstaltungen, wie Ausstellungen, Musikabende, Lesungen und Vorträge aus.

Der bis an den Bahnhof und die Innenstadt reichende Stadtwald, der „Fahlt“, der Rosengarten und der Drosteipark bilden die „grüne Lunge“ der Stadt und laden zu Spaziergängen und zum Verweilen ein. „Pinnenberghe“ wurde 1351 erstmalig urkundlich erwähnt.

Die Burg, später Renaissance-Schloss, war Sitz und Verwaltungsmittelpunkt der selbstständigen Grafschaft zu Schauenburg- Pinneberg. Hier residierten die Schauenburger Grafen und ihre Stellvertreter, die Drosten. Ab dem 17. Jahrhundert siedelten sich Beamte, Handwerker und Gewerbetreibende auf dem Schlossgelände an. Zunächst an der heutigen Koppelstraße und der Dingstätte.

Nach dem Aussterben des Grafengeschlechts 1640, wurde die “Herrschaft Pinneberg“ durch den Landdrosten des dänischen Königs verwaltet. In den Kriegen des 17. Jahrhunderts wurde das Schloss fast völlig zerstört. 1695 eröffnete eine Poststation an der Dingstätte. Durch sie führte eine der Postrouten von Kopenhagen nach Hamburg. Im Jahre 1720 wurde die Schlossruine endgültig abgerissen. 1765-67 erbaute Landdrost Hans von Ahlefeldt die heutige „Drostei“. Sie diente ihm als Wohn- und Amtssitz.

Um 1800 wuchs die Einwohnerzahl der Ortschaft „Pinneberger Dingstätte“ durch den Verkauf von Schlossländereien und erhielt 1826 vom dänischen König die Fleckensgerechtigkeit.

Der Fremdenverkehr durch Ausflügler aus Hamburg, die hauptsächlich im „Fahlt“- Gehölz Erholung suchten, stieg stark an. Auch der Bau der „Ostseebahn“ Altona-Kiel im Jahre 1844 beflügelte zunächst den Fremdenverkehr. Mit der einsetzenden Industrialisierung ging dieser jedoch immer mehr zurück.

Nachdem Schleswig-Holstein preußisch geworden war, kam es im Jahre 1867 zur Gründung des Kreises Pinneberg. Der Ort wurde Sitz der Kreisverwaltung. Die Landräte wohnten in der Drostei. Die Verwaltung zog 1893 in das neue Landratsamt (Rübekamp 2) ein. Aufgrund der ständig steigenden Einwohnerzahlen wurde Pinneberg 1875 „Stadt“ mit 3.060 Einwohnern.

Durch die Trennung der Kriminal- und Ziviljustiz von der Drosteiverwaltung entstand bereits im Jahre 1855 eines der ersten Amtsgerichte Norddeutschlands. 1890 schied Pinneberg aus dem Kirchspiel Rellingen aus, und wurde selbstständige protestantische Kirchengemeinde. Seit 1901 besaß Pinneberg ein offiziell gültiges Stadtwappen.

1905 verdoppelte sich das Stadtgebiet durch die Eingemeindung von Pinnebergerdorf. 271 Pinneberger starben im 1.Weltkrieg. Während des Krieges musste die Industrie schwere Einbußen erleiden. Eine erneute Verdoppelung des Gebietes brachte 1928 die Eingemeindung der Nachbargemeinde Thesdorf.

Als Zentrum eines Rosenanbaugebietes veranstaltete Pinneberg 1929 erstmals das „Holsteiner Rosenfest“. Bis 1955 folgten elf weitere Rosenfeste. Ebenfalls 1929 wurde das neue Kreiskrankenhaus am Fahltskamp eingeweiht. In das alte Gebäude in der Moltkestraße zog nach großzügigem Umbau 1935 die Kreisverwaltung ein.

Die Weltwirtschaftskrise führte zum Konkurs einiger größerer Fabriken. 1932 waren ca. 2.400 Einwohner Pinnebergs erwerbslos. Noch in diesem Jahr fand die Reichstagswahl statt - über 40% wählten die NSDAP.

1934 entstanden der Rosengarten, 1938 das Freibad und 1939 das Sportstadion.

Nach dem Bau einer Kasernenanlage wurde Pinneberg 1939 mit dem Einzug eines Luftgaunachrichten- Regiments Garnisonsstadt. Pinneberg blieb während des 2. Weltkrieges von Luftangriffen verschont. Als Folge der Zuwanderung von Bombengeschädigten und Vertriebenen stieg die Einwohnerzahl zwischen 1939 und 1948 von rund 13.000 auf rund 25.000. Die ersten 150 zusätzlichen Wohnungen wurden 1948 nach einem von der Pinneberger Firma Oelting entwickelten Verfahren in Schüttbauweise unter Verwendung von Trümmerschutt aus Hamburg gebaut. In den folgenden 50 Jahren entstanden immer neue Stadtteile durch den Bau moderner Wohnsiedlungen.

Pinneberg ging 1957 erstmals eine Städtepartnerschaft mit Rockville, Maryland, USA ein. 1990 folgte der Nzega-District, Tanzania, Afrika.

Voraussetzung für eine positive Stadtentwicklung waren der Bau der Friedrich-Ebert-Straße 1953, der SBahn- Anschluss 1966, der Bau der Umgehungsstraße 1967 und der Hochstraße 1969.

Ein Jahr nach Kriegsende wurde die Volkshochschule gegründet. Zu den weiteren frühen Maßnahmen nach 1945 gehörten weiter: 1954 ein neues Wasserwerk und ein Klärwerk.

1956 entstand auf Initiative von Bürgermeister Glissmann die Stiftung „Wir helfen uns selbst“, die bis heute-vorwiegend mit freiwilligen Spenden- 250 Wohnungen für Senioren und kinderreiche Familien erstellen konnte.  Das erste Gewerbegebiet wurde ausgewiesen. Weitere Schulen und eine Serie von großen Sporthallen entstanden.

1955 wurde dem Stadtjugendring für seine Gruppe eine umgebaute Villa als Jugendheim zur Verfügung gestellt. 1984 wurde diese durch ein modernes Jugendzentrum ersetzt.

An weiteren größeren Leistungen sind zu nennen: 1969 das neue Rathaus, 1969 die Stadt- und Kreishauptbücherei, 1967 die neue Feuerwache und zwei neue Erholungsgebiete. Zwischen 1971 und 1978 wurde die Fußgängerzone durch die gesamte Dingstätte ausgebaut. In den letzten Jahren hatte die Planung zur Neugestaltung und Belebung der Innenstadt für die Stadtpolitiker und die Verwaltung oberste Priorität.

2002 konnte das sanierte und erweiterte Rathaus bezogen und die neue Rathauspassage mit zahlreichen Geschäften eröffnet werden.